1. SQUIDDS Kamingespräch

Ein wahrlich heißes Thema

Mit regelmäßigen „Kamingesprächen“ will das Nürnberger Unternehmen SQUIDDS ein neues Experten-Forum für den konstruktiven Gedankenaustausch über alle Aspekte der Technischen Dokumentation schaffen. Mitte Juli traf sich nun am SQUIDDS-Firmenstandort erstmals ein erlesener Kreis von Fachleuten und diskutierte angeregt bis in den späten Abend …

Mittwoch, 14. Juli 2010, 16 Uhr: Die Außentemperatur am SQUIDDS-Firmensitz in der Nürnberger Donaustraße erreichte Werte weit über 30 Grad Celsius – niemand konnte damit rechnen, dass die Premiere der neuen SQUIDDS Kamingespräche unter beinahe subtropischen Bedingungen stattfinden würde. Doch die rund ein Dutzend Teilnehmer der Veranstaltung, die ganz unter dem Motto „Technische Dokumentation erleben“ stand, ließen sich dadurch nicht beirren. Sie folgten konzentriert den Fachvorträgen und brachten sich engagiert in die lebhaften Diskussionen mit ein.

Miteinander reden – gemeinsam neue Lösungen anstoßen.
Georg Eck, Inhaber der SQUIDDS People.Products.Passion. e.K., erläuterte in seinen einleitenden Worten die Intention des Kamingesprächs, das den Auftakt für eine ganze Reihe ähnlich strukturierter Veranstaltungen bilden soll: Der persönliche Austausch von Fachleuten in kleiner Runde böte die optimalen Voraussetzungen, um die Kommunikation mit Partnern und Kunden nachhaltig zu intensivieren. Damit würde die Basis geschaffen für neue, bedarfsorientierte Entwicklungen, die exakt an den Anforderungen des Marktes ausgerichtet seien.

Adobe Technical Communication Suite 2.5 – was ist neu?
Einen willkommenen Anlass für die Ausrichtung des ersten SQUIDDS Kamingesprächs bildete der fast zeitgleich erfolgte Release der Adobe Technical Communication Suite 2.5. Georg Eck nutzte die Gelegenheit, um den Anwesenden einen kurzen Überblick über Verbesserungen und neue Funktionalitäten der mächtigen  Software-Sammlung zu bieten. Im Mittelpunkt stand dabei eine Demonstration der Komponente Captivate 5 mit ihrer komplett überarbeiteten, benutzerfreundlicheren Bedienoberfläche. In der anschließenden Diskussion kamen auch häufige Anwenderprobleme zur Sprache, die beispielsweise durch Software-Inkompatibilitäten oder durch unausgereifte Installationsprozeduren verursacht werden.

Workflow mit Content-Management-Systemen.
Wie sich der Workflow in der Technischen Dokumentation mit Hilfe von Content-Management-Systemen optimieren lässt, erläuterte im anschließenden Vortrag Torsten Kuprat vom Unternehmen Acolada. Kuprat und Acolada verfügen auf diesem Gebiet über besondere Expertise, realisieren sie doch gemeinsam mit SQUIDDS das Projekt „Make a Muffin“, bei dem Effizienz und Anwenderfreundlichkeit in der Technischen Dokumentation im Vordergrund stehen.

Kuprat zeigte am Acolada-eigenen CMS Sirius, wie sich ein offenes, leicht anzupassendes System als Grundlage für die Verarbeitung aller strukturierten Informationen einsetzen lässt – inklusive Aufbereitung des Contents in unterschiedlichen Formaten und Sprachen. Gerade beim Management großer Mengen an Informationen lässt sich mit dem CMS das Wiederfinden und Wiederverwenden von Informationen ebenso vereinfachen wie die Aufbereitung für unterschiedliche Einsatzbereiche.

Herausforderung 3D-PDF.
Andreas Vogel von Theorie3.De, ausgewiesener Spezialist für die 3D-PDF-Technologie, veranschaulichte überzeugend die Vorteile von 3D-PDF für Marketing, Vertrieb und Endkunden. Per PDF ist die einfache Kommunikation bei guten Sicherheitsstandards gewährleistet – und das sogar mit einem überall verfügbaren, kostenlosen Reader. Gegenüber der 2D-Dokumentation punktet 3D-PDF mit geringeren Datenmengen und größerer Übersichtlichkeit. So können beispielsweise in Ersatzteilkatalogen alle Elemente eines Produkts übersichtlich auf einer einzigen Seite dargestellt werden. Mit Vogels speziell für die Technische Dokumentation entwickeltem Plug-in 3D-X-tension lassen sich zudem schnell und unkompliziert Animationen aus 3D-CAD-Daten ins PDF einbinden.

Der „DITA Hype Cycle“.
Einen äußerst lebendigen Überblick über zehn Jahre DITA präsentierte Michael Müller-Hillebrand von CAP Studio und zeichnete dabei frei nach Gartner den „Hype Cycle“ des Dokumentenformats nach: vom „Gipfel der überzogenen Erwartungen“ über das „Tal der Enttäuschungen“ bis hin zum (noch zu selten erreichten) „Plateau der Produktivität“. Müller-Hillebrand wies unter anderem auf den oft unterschätzten Implementierungsaufwand hin und plädierte dafür, mit DITA zu starten, sich nötigenfalls aber auch wieder davon zu verabschieden, d. h. die Anpassung für einen optimalen Workflow nicht zu scheuen.

Über den Tellerrand hinausblicken.
Zum Abschluss der Vortragsreihe ging SQUIDDS-Geschäftsführer Georg Eck der Frage nach, inwieweit die Einbindung Neuer Medien in der Technischen Dokumentation zu erhöhter Effizienz und Anwenderfreundlichkeit beitragen kann. Wünschenswert und realisierbar wären beispielsweise webbasierte Informationssysteme, die an jedem Ort, zu jeder Zeit und mit jeder beliebigen Plattform auf dem aktuellsten Stand abgerufen werden können – sei es nun per Desktop-PC, Laptop, Smartphone oder Tablet-PC. Neben AIR beleuchtete Eck die Vor- und Nachteile von Wikis sowie die Möglichkeiten, Social Media und Communities in den Dokumentationsprozess mit einzubeziehen … und hier mündete der Vortrag beinahe nahtlos in eine angeregte Diskussion, in der vor allem drei Fragen im Mittelpunkt standen: Wie werden Angebote, an der Dokumentation aktiv mitzuarbeiten, von Anwendern tatsächlich angenommen? Wie kann Entscheidern in Unternehmen Handlungsbedarf in Sachen Technischer Dokumentation überzeugend vermittelt werden? Ist es entgegen der landläufigen Meinung überhaupt notwendig, Informationen in allen Fällen fast in Echtzeit zur Verfügung zu stellen?

Gegen Ende der Veranstaltung konstatierte Georg Eck: „Es ist sehr lange her, dass ich zum letzten Mal derart tiefgründige und inspirierende Diskussionen miterleben durfte.“ Die positive Resonanz der Teilnehmer bestärkte den SQUIDDS-Geschäftsführer in dem Vorhaben, die Kamingespräche konsequent zu einer anspruchsvollen Veranstaltungsreihe auszubauen. Der nächste Termin wird bereits für September oder Oktober 2010 in Aussicht gestellt.